Der Schweizerische Tonkünstlerverein STV veranstaltete zwischen 1975 und 1993 mit Unterstützung der Stiftung BAT sechs Interpretationswettbewerbe. Nach der Auflösung dieser Stiftung musste der Wettbewerb eingestellt werden.
Im Zusammenhang mit dem hundertsten Jubiläum des STV 2000 wurde in enger Zusammenarbeit mit der Fondation Nicati-de Luze und der Hochschule für Musik und Theater Bern ein neuer Interpretationswettbewerb zeitgenössischer Musik ins Leben gerufen. Er wird alle drei Jahre, ab 2011 alle zwei Jahre, ausgeschrieben und in den beiden Kategorien Solisten und Ensembles ausgetragen.
Nach 2000, 2003 und 2006 findet der nächste Wettbewerb vom 7. bis 12. September 2009 in der Hochschule der Künste Bern statt. Dank des grosszügigen Engagements der Fondation Nicati-de Luze kann eine Preissumme von Fr. 40'000.- vergeben werden.
PREISTRÄGERINNEN CONCOURS NICATI 09:
Drei exzellente KandidatInnen erhielten je einen 1. Preis und es wurde kein 2. und 3. Preis vergeben.
1. Preise: ex aequo
Richard Haynes, Klarinette; Preissumme: CHF 13’333.-
Andrea Nagy, Klarinette; Preissumme: CHF 13’333.-
Paolo Vignaroli, Querflöte; Preissumme: CHF 13’333.-

CURRICULUM
Richard Haynes, Klarinette

Richard Haynes wurde 1983 in Brisbane, Australien geboren. Er studierte klassische Musik an der Griffith University (Brisbane) bei Floyd Williams, Brian Catchlove und Diana Tolmie, sowohl bei Ernesto Molinari und Donna Wagner-Molinari an der Hochschule der Künste Bern. Er besuchte Akademien für zeitgenössische Musik in Frankreich, Österreich und in den USA.
Richard trat bei verschiedenen Orchestern wie den Melbourne, Tasmanien und Queensland Symphonikern auf, sowie mit Mitgliedern des New Zealand Symphony Orchestras und dem Berner Symphonie Orchester. Als Solist spielte er Konzertstücke von Copland, Mozart, Rankine, Scelsi, Smetanin, Westlake und Xenakis mit den Dirigenten Michael Christie, Srboljub Dini?, Sebastian Lang Lessing, Paul Mann, Hamish McKeich, Markus Stenz und Kenneth Young.
Richard ist Mitglied des internationalen ELISION Ensembles, des schweizerischen-deutschen PRAESENZ-Kollektives und der neuseeländischen Ensembles 175 East und Stroma, mit welchen er in Russland, Norwegen, Polen, Deutschland, der Schweiz, England, Australien und Neuseeland auftrat. Mit diesen Ensembles nahm er unter anderem Werke von Chris Dench, Brian Ferneyhough, Dominik Karski und Liza Lim auf, und arbeitete eng mit Richard Barrett, John Butcher, James Gardner, Maurizio Pisati, Jeroen Speak und David Young zusammen. Richard erhielt diverse Preise unter anderem «Symphony Australia Young Performer of the Year» (2003), den «Australian Classical Music Award for Best Performance of an Australian Composition» (2004) und den Tschumi Musikpreis (2008).
Richard hatte Engagements unter anderem mit Ensemble Modern, den Salzburger Festspielen, MaerzMusik, Melbourne Festival, Klangforum Wien, Warszawska Jesie, Budapesti Øszi Fesztivál, musikFabrik, Tage für Neue Musik Zürich, La Biennale di Venezia, Cikada Ensemble, Ultraschall, Sydney Festival, Huddersfield Contemporary Music Festival, Karnatic Lab, Brisbane Festival und Asia-Pacific Festival Wellington.
Richards solistische Tätigkeit umfasst auch Produktionen für Installationen und Performance-Art und er führte bisher seine Solo-shows (“asphxia”, “Listen my secret fetish“ und “ZYKLUS :: BARRETT”) in Bern, London und Melbourne auf.
Richard Haynes hat im Finale folgendes Programm gespielt / Lors de la finale, Richard Haynes a joué le programme suivant:
| Komponist | Werk | Jahr |
| Michael Jarrel | Assonance l für Klarinette in B | 1983 |
| Richard Barrett | knospend-gespaltener, Klar in C | 1992-93 |
| Jeroen Speak | Epiesodos für Klarinette in Es | 1998 |
| Liza Lim | Sonorous Body für Klar in B | 2008 |
| Johannes Maria Staud | Black Moon für Bassklarinette | 1998 |
Andrea Nagy, Klarinette

Andrea Nagy, geboren 1978 in Budapest, erhielt ihren ersten Klarinettenunterricht am Béla Bartók Konservatorium bei András Horn. Anschließend nahm sie Unterricht bei Béla Kovács an der Franz Liszt Musikakademie. Danach folgte ein Studium an der Musikhochschule Freiburg bei Dieter Klöcker und Jörg Widmann, welches sie 2003 mit dem Diplom abschloss.
Seitdem setzte sie ihre Studien in der Solistenklasse von Ernesto Molinari an der Hochschule der Künste Bern fort, wo sie 2006 im Rahmen ihrer Abschlussprüfung den Eduard-Tschumi-Musikpreis Bern für das beste Solistendiplom des Jahrgangs erhielt. Es folgte ein Bassklarinettenstudium an der Hochschule der Künste Bern, das sie 2008 mit Diplom abschloss.
Andrea Nagy erhielt verschiedene Preise, beispielsweise 1993 den 1.Preis des Ungarischen Nationalwettbewerbs sowie 2002 den Stipendiumspreis der Darmstädter Ferienkurse und 2004 den Kranichsteiner Musikpreis der Stadt Darmstadt. 2006 gewann sie den zweiten Preis beim Nicati-Wettbewerb für zeitgenössische Musik, Bern.
Sie musiziert regelmäßig in Ensembles wie dem Klangforum Wien, Ensemble Modern und arbeitet u.a. mit den Dirigenten und Komponisten Heinz Holliger, Pierre Boulez, Matthias Spahlinger, Cornelius Schwehr, Lucas Vis, Nicolaus A. Huber, Helmut Lachenmann und Sylvain Cambreling.
Sie wirkte bei diversen CD-, Rundfunk- und Fernseh-Aufnahmen mit, u.a. beim SWR und WDR.
Andrea Nagy hat im Finale folgendes Programm gespielt / Lors de la finale, Andrea Nagy a joué le programme suivant:
| Komponist | Werk | Jahr |
| Helmut Lachenmann | Dal niente (Interieur III) für einen Solo-Klarinettisten | 1970 |
| Jürg Wyttenbach | "Una chica en Nirvana..." | 2002 |
| Brian Ferneyhough | Time and motion study I für Bassklarinette | 1971-77 |
| Gérard Grisey | Annubis für Kontrabassklarinette | 1983 |
| John Cage | Song Books Vol1/solo for Voice 10 | 1970 |
Paolo Vignaroli

Après ses études en Italie (Conservatoire de Siene; Scuola di Musica di Fiesole; Università degli Studi di Perugia) et en Suisse (Lugano Musik Hochschule) Paolo Vignaroli décide de poursuivre son parcours à l’etranger; il vive a achevé à Paris son Cycle d’Orientation Professionel au Conservatoire de Boulogne-Billancourt avec pour professeurs Céline Nessi (flute) et Pierre Dumail (piccolo) (solistes à l’Opera de Paris). Il remporte des nombreux prix dans des concours nationaux de flute et musique de chambre (Fusignano, Ovada, Bourses d’etude S.Gazzelloni etc.).
Il a suivi les masterclasses de Mario Caroli, Davide Formisano, Bartold Kujken, Mario Ancillotti, Glauco Cambursano, Janos Balint. Il s'est produit en tant que flutiste avec l'Orchestra Sinfonica di Grosseto, l'Orchestra Vincenzo Galilei, l'Accademia della Libellula et l'Orchestra da camera del Trasimeno, Krama Ensemble, dans le cadre de festivals comme "Opera Aperta" (Macerata, Italie) et "Novecento Passato e Presente" (Lugano, Radio Suisse Italienne).
Paolo Vignaroli a récentement creé Ircam Projet III, une étude pour flûte et électronique live du compositeur canadien David Adamcjik en Cursus I à l’Ircam.
Il est actuellement le flutiste de l'Ensemble Acouphène.
Paolo Vignaroli hat im Finale folgendes Programm gespielt / Lors de la finale, Paolo Vignaroli a joué le programme suivant:
| Komponist | Werk | Jahr |
| Georg Friedrich Haas | Finale pour flûte solo | 2004 |
| Philippe Hurel | Eolia pour flûte solo | 1982 |
| France Donatoni | Nidi pour piccolo | 1979 |
| Ivan Fedele | Donax, pour flûte solo | 1994 |
| Nadir Vassena | "come perduto in mare un bambino...", pour flûte solo | 1999 |
| Ada Gentile | Pour Pierre-Yves pour flûte solo | 1986 |